Das brennende Drängen: Vorbeugung lohnt sich – gerade in der kalten Jahreszeit

(djd). Frostige Temperaturen und Schneeregen – die Schattenseiten der kalten Jahreszeit setzen dem Immunsystem zu. Vor allem die Nässe und der Wechsel von beheizten Innenräumen in die eisige Außenluft sorgen bei vielen Menschen für Unterkühlungen. Wer sich zu nachlässig kleidet oder auf kalten Untergründen Platz nimmt, riskiert neben einem Schnupfen oft auch eine Blasenentzündung. Besonders Frauen leiden häufig an dem unangenehmen Harndrang, dem Brennen beim Wasserlassen und den ziehenden Krämpfen im Unterleib, die als typische Symptome einer Blaseninfektion gelten. Der Grund liegt in der Anatomie des weiblichen Körpers begründet, dessen Harnröhre dichter am Darmausgang liegt als die männliche. Daher können Bakterien aus dieser Region leichter in die Blase vordringen. Zudem ist die weibliche Harnröhre kürzer, die Krankheitskeime können rascher aufsteigen und sich verbreiten.

 

Tabuthema Intimbereich

Gynäkologen weisen darauf hin, wie wichtig es ist, schon kleinen Mädchen beizubringen, sich nach dem Toilettengang stets von der Scheide weg in Richtung Anus hin zu säubern. Übrigens kann Geschlechtsverkehr die Keimübertragung zusätzlich begünstigen. In diesem Fall spricht man von „Flitterwochen-Zystitis“. Was unromantisch klingt, mag dennoch wirkungsvoll sein: Wer anfällig für Blasenentzündungen ist, sollte nach dem Liebesakt rasch die Toilette aufsuchen und mit dem Urin etwaige eingedrungene Keime ausscheiden. Zusätzlich gespült wird die Blase durch eine erhöhte Trinkmenge, diesbezüglich haben sich spezielle Blasenteemischungen bewährt.

 

Trickreiche Krankheitserreger

Doch Trinken allein genügt meist nicht. Darmbakterien sind nicht zu unterschätzen, wie die Münchner Apothekerin Birgit Lauterbach erläutert: „E.-coli-Bakterien haben einen Trick auf Lager, um sich auf der Blasenschleimhaut einzunisten: Ihre Oberfläche besitzt spezielle Fühlermoleküle, die genau in Zellbausteine der Blasenschleimhaut passen.  Dieses Schlüssel/Schloss-Prinzip kann unterbrochen werden – und zwar mit Extrakten aus der Cranberry, der amerikanischen Preiselbeere.“ Die Wirksamkeit des Wirkstoffkomplexes von Cranberry-Extrakt bei Blasenentzündung wurde kürzlich in einer Studie mit dem Prüfpräparat „Cystorenal Cranberry plus“ (rezeptfrei in der Apotheke) nachgewiesen. Vorbeugend eingenommen, können die natürlichen Wirkstoffe die Blase kräftigen und widerstandsfähiger gegen Keime machen.

 

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Starke Abwehr – länger gesund

Bei einer akuten Blasenentzündung tut vielen Betroffenen Wärme gut. Je nach Belieben empfehlen sich ein heißes Wannenbad, Fußbäder oder das Auflegen einer Wärmflasche. Regelmäßige Saunabesuche wirken sich kräftigend auf die Körperpolizei aus, da der Organismus an Temperaturwechsel gewöhnt wird. Die Vitamine und Mineralstoffe aus frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch unterstützen das Abwehrsystem in seiner Arbeit. Übrigens werden gestresste Zeitgenossen eher krank, da Stresshormone das Immunsystem schwächen. Wer darauf achtet, etwa acht Stunden täglich zu schlafen, gibt seinem Körper die nötige Ruhe, um wichtige Zellerneuerungsarbeiten durchführen zu können.

 

Zu viel Intimhygiene kann schaden

Treten Blaseninfektionen gehäuft auf, könnte eine übertriebene Intimhygiene der Grund für vermehrtes Bakterienwachstum sein. In der Scheide besteht ein leicht saures Milieu, das diese vor Bakterien schützt. Häufiges Waschen mit seifenhaltigen Reinigungsprodukten zerstört diesen Säureschutzmantel der Haut. Tägliches Waschen mit klarem, warmem Wasser oder die gelegentliche Verwendung einer pH-neutralen Waschlotion genügt. Waschhandschuhe können wahre Bakterienschleudern sein und sollten daher nach dem Benutzen gewaschen oder besser weggelassen werden.

 

 

 

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