Viele Frauen ungeschützt – Röteln & Co.

(djd). Zwar gelten Röteln im Kindesalter als harmlos. Erkrankt aber eine schwangere Frau an dem Virus, kann dies zu Fehlbildungen beim Kind oder zu einer Fehlgeburt führen. Trotz dieses hohen Risikos besteht immer noch eine unzureichende Durchimpfung bei Röteln, aber auch bei Masern. Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland hat mit etwa 46 Prozent fast die Hälfte aller Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren keinen ausreichenden Rötelnimpfschutz(Bundesgesundheitsblatt 56, 2013). Dies stellt ein bedeutendes Risiko für ungeborene Kinder dar.

Hohes Risiko
Dr. med. Heike Perlitz, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe aus Haldensleben, erklärt, dass das Virus bei Erkrankung einer Frau während der Schwangerschaft auf dem Blutweg über die Plazenta direkt in den Kreislauf des Embryos gelangen kann. Dadurch werde laut Dr. Perlitz das ungeborene Kind ebenfalls infiziert, was zu einer Schädigung der Zellen führt und somit eine Fehlbildung der Organe oder eine Fehlgeburt auslösen kann. Das Risiko und der Schweregrad einer solchen Fehlbildung hängen davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft sich das Kind infiziert. Die Expertin warnt: „Erkrankt eine Frau innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen an dem Rötelnvirus, trägt das Kind in 90 Prozent der Fälle Schäden davon. In den darauffolgenden Wochen (12. bis 24.) sinkt das Risiko der Fehlbildung zwar, liegt aber immer noch bei 25 bis 35 Prozent.“

Schäden beim Ungeborenen
Eine vorgeburtliche Schädigung des Kindes als Folge einer Rötelninfektion der Schwangeren nennt man Röteln-Embryopathie. Die Entwicklungsstörungen des Kindes zeigen sich meist an Augen, Ohren und am Herzen. Blindheit, Innenohrtaubheit und Herzfehler können die Folgen sein. Auch geistige Behinderungen oder eine Leberentzündung sind möglich. Eine Impfung während der Schwangerschaft ist nicht möglich, da die Impfung mit einem Lebendimpfstoff durchgeführt wird. Daher sollten Frauen im gebärfähigen Alter dringend ihren Impfstatus überprüfen lassen. Laut Ständiger Impfkommission STIKO sollten alle Frauen im gebärfähigen Alter zweimal geimpft sein.

Rechtzeitig impfen
(djd). In Deutschland sind viele ungeborene Kinder einer Rötelninfektion ausgesetzt, da eine gewisse Impfmüdigkeit in der Bevölkerung zu beobachten ist. Erhebliche Impflücken bestehen vor allem bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter. Eine Rötelninfektion kann bei Erwachsenen oft ohne Symptome verlaufen, so dass eine Ansteckung unerkannt bleibt. Die Impfung wird mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig vor Röteln, Masern und Mumps schützt, verabreicht. Auch regionale Häufungen von Masernerkrankungen bei jungen Erwachsenen sind keine Seltenheit.

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